1920 - 1959
1920
In Abenberg wird durch junge Männer, die nach dem 1. Weltkrieg die Fußballspiele des 1. FCN und der Spielvereinigung Fürth gegen internationale Gegner miterlebten, das Fußballspiel „heimisch“ gemacht.
Diese jungen Männer legten vom „sauer“ verdienten Gesellenlohn zusammen, um den Kauf eines Fußballes und der ersten Vereinstrikots zu finanzieren.
Die Bälle waren damals wohl noch nicht so perfekt wie heute. Denn schon im ersten Jahr trägt der Vereinskassier Adolf Kuhn in das gemeinsam geführte Kassenbüchlein ein „für die Reparatur eines Balles 6,00 Mark bezahlt“.
Im Tor stand der Gründungsvorstand des Vereins (von1920 bis 1928) Franz Kornbacher Senior. Er berichtet, dass er seinen grauen Torwartpullover an seinen Torwartnachfolger Heinrich Schübel „weitervererbt“ hat.
Ein Markenzeichen der DJK Abenberg war und ist das Bestreben, gute und zeitgemäße Sportanlagen zu besitzen. Die erste „Fußballarena“ war das „Druidenespan“ am Feldweg in Richtung Dürrenmungenau. Damals ein ausreichendes, wenn auch manchmal glitschiges Terrain, denn es diente im Sommer unter der Woche als Weideland.
1921
Der damalige Stadtpfarrer Johann Sperber schreibt in seinen Aufzeichnungen im März: „Sport und Turnen wird auch hier (durch die DJK) endlich besser gepflegt“. Sperber verzeichnet ferner ein sehr gutes Freundschaftsspiel der 1. und 2. Fußballmannschaft gegen die DJK Concordia Fürth (damaliger süddeutscher DJK-Meister). Gespielt wird am 28. März 1921 (Ostermontag). Das Ergebnis ist nicht bekannt.
Die Kassenausgaben sind in der Gründerzeit nicht unerheblich. Unter anderem sind Schiedsrichterausgaben vom 8. Oktober in Höhe von 9 Mark und 10 Pfennig für einen Schiedsrichter aus Schwabach vermerkt.
1922
Für das Protokollbuch, das leider in der NS-Zeit verloren gegangen ist, gibt der Kassier am 25. Februar 16 Mark aus.
Zu den Auswärtsspielen wird zumeist das Fahrrad oder gelegentlich die Eisenbahn genutzt.
1923-1929
Der zweite DJK-Sportplatz befindet sich auf dem Galgenberg, auf dem Wiesengelände des Geim-Grundstückes (später Schieder-Schellhorn).
Oberlehrer Eduard Dechant schildert, wie mühsam es ist, den Platz überhaupt herzurichten. Idealzustände konnten nie erreicht werden. Der vorhandene Lehmboden zog bei Regen oder Nässe den Akteuren regelrecht die Schuhe aus. War es längere Zeit trocken, stieg die Verletzungsgefahr auf dem dann sehr harten Boden erheblich an.
Vorstandsnachfolger von Franz Kornbacher Senior wird 1928 Leo Schütz. Er führt die DJK Abenberg bis zum Verbot durch die Nationalsozialisten im Jahre 1935.
1930
Anfang der 30er Jahre wird das städtische Grundstück südlich des Gemeindeweihers, bis dahin als Sandgrube und Weide genutzt, die „neue Heimat“ und damit die dritte Spielstätte der DJK Abenberg.
Erhebliche Bodenbewegungen (in Handarbeit) waren notwendig um ein Sportfeld zu schaffen, das den Namen Sportplatz einigermaßen verdient. Die Arbeiten gehen insgesamt nur langsam voran, denn man „werkelt“ nur an den Samstagen.
1931
In diesem Jahr werden insgesamt 226,20 Mark für den ersehnten Sportplatz ausgegeben. Das waren weit mehr als 60 Prozent der gesamten Jahreseinnahmen des jungen Vereins. Auch in den darauffolgenden Jahren verschlingen die Ausgaben für den gewünschten Sportplatz den größten Teil der jeweiligen Jahreseinnahmen.
Ein weiterer großer Ausgabenposten sind die Fußbälle. Am 2. November 1930 werden 23 Mark und am 28. Februar 1931 sind es sogar 26 Mark, die jeweils für einen Fußball ausgegeben werden.
Besonders hervorgetan haben sich beim Arbeitseinsatz folgende Personen: Hans Kuhn, Adolf Kuhn, Franz Heckl und der damalige Vorstand Leo Schütz.
1932
Die Weltwirtschaftskrise mit einer sehr hohen Arbeitslosenzahl nimmt immer schlimmere Ausmaße an. In dieser Zeit wird der Sportplatzbau durch „Arbeitslosenhilfemaßnahmen“ intensiviert und damit beschleunigt.
1933
An Pfingsten dieses Jahres wird der Sportplatz feierlich eingeweiht. Oberlehrer Dechant vermerkt in seinen heimatgeschichtlichen Aufzeichnungen: „Festzug zum Sportplatz am Spalter Straße (seit 1946 Sportgelände des SV Abenberg).“
Stadtpfarrer Sperber hält die Weiherede.
1934
Nur ein Jahr kann sich die DJK Abenberg am mit viel Aufwand und großen finanziellen Opfern erbauten Sportgelände erfreuen.
Die freien und kirchlichen Jugend- und Sportvereinigungen, aber auch die Arbeitersportvereine müssen ihre Selbstständigkeit aufgeben und werden in die NS-Organisation eingegliedert, sozusagen „gleichgeschaltet“.
1935
Im Schutze des Konkordates (Vertrag zwischen der NS-Regierung und dem Vatikan über die gegenseitigen Beziehungen) kann die DJK-Gemeinschaft noch bis August 1935 tätig sein. Danach wurde der DJK-Verband und damit auch die DJK Abenberg verboten.
Unser DJK-Sportplatz dient dann vor allem den Schulsport-Wettkämpfen und den Aufmärschen der Hitlerjugend.
1958
Die Wiedergründung der DJK Abenberg erfolgt am 11. Mai 1958 durch 23 junge, sehr engagierte Personen.
An der Gründungsversammlung kann der erkrankte Franz Saller und der bei einer Tagung in Würzburg weilende Franz Kornbacher Junior nicht teilnehmen. Die beiden entschuldigten Personen erhöhen die Zahl der Gründungsmitglieder faktisch auf 25.
Der nachfolgend abgebildete Brief des Bayerischen Landessportverbandes vom 17.07.1958 ist die Bestätigung des Aufnahmeantrages der DJK Abenberg vom 13.06.1958.
Die Zielsetzung der Sportbewegung Deutsche Jugendkraft ist seit 1920 gleichgeblieben. Neben der körperlichen Ertüchtigung sollen auch die erzieherischen Werte des Sports für die Bildung der ganzheitlichen Persönlichkeit bewusst und lebendig gemacht werden. Außerdem sollte das Gemeinschaftsbewusstsein geweckt und gepflegt werden.
Im Gründungsprotokoll von Schriftführer Willy Göpfert ist zu lesen, dass die Vorstandschaft der Hoffnung Ausdruck gibt, „mit vereinten Kräften die schwierigen Aufgaben des neuen Vereins zu meistern“.
Als sogenannte „Motoren“ der Wiedergründung und der Anfangsjahre können der damalige Geistliche Beirat (1958-1964) Kaplan Josef Warganz und der zum 1. Vorsitzenden (1958-1960) gewählte Franz Höfling bezeichnet werden.
Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand ahnen, welch rasante Entwicklung die DJK Abenberg nehmen wird.
Am 29. Mai zählt der junge Verein bereits 80 Mitglieder. Bei der ersten DJK-Monatsversammlung am 05. Juni kann ein Mitgliederstand von 106 Personen verzeichnet werden.
Nach sechs Monaten nutzen bereits 178 Mitglieder das für die damalige Zeit vielseitige Sportangebot des jungen Vereins.
In Abenberg und in den Nachbarorten besteht einerseits ein großes Interesse an sportlicher Betätigung, aber andererseits auch ein Bedürfnis nach Gemeinschaftserlebnissen mit christlicher Orientierung. Das familienorientierte Angebot der DJK Abenberg umfasst in den Anfangsjahren die Abteilungen Leichtathletik, Tischtennis und Fußball.
Am 08. November findet ein großer „Bunter Abend mit Spiel und Spaß“ im Schieleinsaal statt. Diese „Bunten Abende“ haben bis weit in die 70er Jahre hinein Bestand und werden weitgehend von Mitgliedern der DJK Abenberg gestaltet.
1959
Am südwestlichen Stadtrand, an der Spalter Straße entsteht das neue Sportgelände. Am 13./14. Juni wird ein gelungenes Sportfest mit anschließendem Ehrenabend im Festzelt gefeiert.
Festabend, Wettkämpfe und Festzug bilden einen würdigen Rahmen für die Einweihung des sogenannten „Züblin-Sportplatzes“.
Dies ist bereits der vierte DJK-Sportplatz in der Vereinsgeschichte. Dieses großartige Sportfest mit Musikbegleitung war dann mutmaßlich der Auslöser für die Gründung des Spielmannszuges. Dieser wird durch den blasmusikbegeisterten ersten Vorstand Franz Höfling (Abteilungsleiter des Spielmannszuges bis 1961) in der DJK-Familie etabliert.
Durch die fachkundige Anleitung von Franz Höfling erlernen die jungen Musiker das Musizieren auf Querflöte, Trommel, Fanfare, Becken und Lyra. Unterstützung erfährt der junge DJK-Spielmannszug u. a. durch den TV 1848 Schwabach. Nach intensiver Probenarbeit erfolgt der erste öffentliche Auftritt an Weihnachten im damaligen „Schielein-Saal“.
Am 30.08. ist die 1. Fußballmannschaft zur Sportplatzeinweihung bei der DJK Concordia Fürth eingeladen. Das „Rückspiel“ (siehe 1921) beim ehemaligen süddeutschen DJK-Meister endet mit einem 3:3.

